Matriarchat - mehr als eine Utopie von gestern
14. Januar 2022
Überraschend zurückgekehrt in den aktuellen Diskurs um Geschlechterzuschreibungen, Gesellschaftsstruktur, Ökologie, Kapitalismuskritik und Spiritualität: das Matriarchat. In den 1980er Jahren als Gegenmodell zum Patriarchat diskutiert, als Quelle weiblicher Kultur beschworen, von einigen Historikerinnen differenziert erforscht, verblieb es dennoch etwas nebulös im Reich von Vorgestern oder Übermorgen. Mit Aufkommen der Queeren Bewegungen verlor es dann weiter an Boden und Bedeutung.

Weibliche Subversion auf dem Boden des Sozialismus
01. Januar 2022
Widerständige Künstlerinnen in der DDR? Subversive Performancekunst auf dem Boden des Sozialismus? Bei meinen Recherchen zu 'deutsch-deutsch-widerständig' (Feministische Performancekunst der 70er/80erJahre in Deutschland) höre ich früh auch von experimentellen Künstlerinnen und ihren Auftritten in der DDR. Nun präsentiert das ngbk in Berlin eine Ausstellung zur 'Künstlerinnengruppe Erfurt', die von 1984-1994 maßgeblich diese Szene prägte. Und dann ist da noch der Kunsthof Lietzen...

Seelenlandschaft - wild und frei
22. Dezember 2021
Die amerikanische Künstlerin Lesley Dill spielt auf unvergleichliche Art und Weise mit Sprache, Musik und unterschiedlichen Werkstoffen, um das Zusammenspiel von Sprache, Psyche und Seele zu erforschen. Sie nutzt dafür Fragmente aus Lyrik und Prosa und kombiniert sie mit Materialien wie Roßhaar und Goldfolie oder inszeniert sie als Raum- und Klanginstallationen. Ihre mehrdimensionalen Werke sind poetische Herausforderungen an unsere eigene Wahrnehmung.

Sehnsucht, Liebe, Widerstand
17. Dezember 2021
Ihr Name wie eine mächtige Botschaft, wie der Ruf der Ahninnen über den Gezeitenstrom hinweg: bell hooks. Die als Gloria Watkins geborene bell hooks wählte sich den Namen ihrer indigenen Großmutter als Pseudonym und schrieb ihn durchgängig in Kleinbuchstaben, um auf diese Linie der Frauen/Töchter hinzuweisen Die US-amerikanische Literaturwissenschaftlerin und Autorin verstarb am 15. Dezember 2021. Sie hinterlässt mit ihrem Werk auch die immer gültigen Forderungen nach Gerechtigkeit und Frieden.

Tanz im Archiv
16. November 2021
Weltweit mit den höchsten Preisen und Ehrungen ausgezeichnet, zählt die Tänzerin und Choreographin Pina Bausch zu den bedeutendsten Impulsgeberinnen der Tanzszene der Gegenwart. Ihre Verknüpfung von Poesie und Alltagsbewegungen beeinflusst bis heute entscheidend die internationale Tanzentwicklung. Ihr umfangreiches Werk ist nun in einem Living Archive Projekt jederzeit wieder aufrufbar. Und auch der Tanz geht weiter...

Nicht immer nur Pelz
31. Oktober 2021
Sie ist das weibliche Gesicht des Surrealismus: Meret Oppenheim. Ihr Werk 'Frühstück im Pelz' wurde zum Inbegriff dieser Kunstrichtung und sie damit zu einer seiner wichtigsten Vertreterinnen. Oppenheim experimentierte mit unterschiedlichen Materialien und Formaten und schuf dabei ein einmaliges Werk an Photographien, Performances, Brunnen, Objekten und Zeichnungen. Eine aktuelle Ausstellung und eine neue Publikation begeben sich auf die Spuren der geheimnisvollen Meret Oppenheim.

May Ayim. Poesie und Aktion
30. Oktober 2021
Oft wurde sie in einem Atemzug mit ihrer Freundin und Weggefährtin Audre Lorde genannt: May Ayim. Nun ist 25 Jahre nach ihrem Freitod ein Buch erschienen, in dem Weggefährt*innen, Familie und Freundinnen sich an die afrodeutsche Poetin und Aktivistin erinnern. Sie schildern persönliche Begegnungen, zeigen auf wie stark der Einfluss May Ayims in ihrer jeweiligen Leben nachwirkt und würdigen eine herausragende Persönlichkeit, die uns auch oder besonders heute viel zu sagen hat.

Carpe diem 254
02. Oktober 2021
Gerade erreicht mich die Nachricht, dass Maria Kulikovska einen der Publikumspreise der diesjährigen NordArt bekommt und das freut mich sehr, da auch meine Stimme auf sie entfiel. Die ukrainische Künstlerin & Aktivistin wurde nach der Annexion der Halbinsel Krim durch Russland zum Flüchtling im eigenen Land und trägt dort die Flüchtlingsnummer 254. Der Schmerz, die Verzweiflung, die Wut über diese erzwungene Lebenssituation, formen ihre Kunst.

Zeitzeuginnen gesucht
11. September 2021
Frauenorte - Lesbenorte - Utopische Orte. Es gab sie in den 80erJahren in allen größeren Städten in Deutschland. Sie waren Teil einer lebendigen bunten Subkultur und Orte für ein Leben jenseits normierter Vorstellungen von Arbeit und Familie, Anpassung und Pflichterfüllung. Sie waren die kleine Vorstufe zur größeren erträumten Utopie. Die meisten dieser Orte sind still und leise von der Bildfläche verschwunden. Die Zeit - sie tickt heute anders. Holen wir uns unsere Erinnerung zurück und dann...

Frauen(rechte) vs Taliban
22. August 2021
Shamsia Hassani ist Afghanistans bekannteste Graffitikünstlerin. Auf großformatigen Bildern im öffentlichen Raum zeigt sie Frauen, die von den Taliban bedroht werden. Die prekäre Situation von Frauen und Mädchen in der von Männern dominierten afghanischen Gesellschaft stand immer im Mittelpunkt ihrer Arbeit. Trotz der Gefahr nach der aktuellen Machtübernahme der Taliban setzt sie ihr Werk des Widerstands fort.

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