28. Oktober 2019
Utopisch, stigmatisiert, gegendert und rassifiziert, poetisch und politisch, schmerzempfindlich und verletzlich, eigensinnig, monströs, lustvoll, gefesselt, tierisch und pflanzenhaft, schweigend und im Dialog. Mal Einhorn, mal Pflanze oder an 20.000 heliumgefüllten Luftballons schwebend… - KÖRPER. Zum neunten Mal hebt sich am 6. November 2019 in Berlin der Vorhang für NO LIMITS, Deutschlands größtes und wichtigstes Festival für Disability & Performing Arts.

21. September 2019
Eine junge Frau in ihrer Küche mit einer großen Anzahl unterschiedlicher Gegenstände, die sie uns in alphabetischer Reihenfolge und mit extrem übertriebenen Gesten vorstellt. A wie „apron“ (Schürze) über Nudelholz hin zu Saftpresse... Das sechseinhalbminütige Video von 1975 trägt den Titel „Semiotics of the kitchen", also eine „Zeichentheorie der Küche“ und hat inzwischen Kultstatus. Die darin agierende Frau ist die heute weltberühmte (Foto)-Künstlerin Martha Rosler.

02. September 2019
Ich treffe die Performance-Künstlerin Christa Biedermann in einem Café in Kreuzberg und es braucht nicht viel Phantasie, um das Bild der Roten Königin entstehen zu lassen - einer von ihr erschaffenen Figur, die sie von 1995 – 2001 an unterschiedlichen Orten, in verschiedenen Kontexten verkörperte und "ausführte". Biedermann erinnert sich gut an die unterschiedlichen Städte, Stimmungen, Begegnungen der ein oder anderen Art und auch der Wurzeln, dem Beginn ihrer Langzeit-Performance. Damals...

27. August 2019
Merce Cunningham (*1919, + 2009), gilt als einflussreichster Choreograph des 20. Jahrhunderts. Während seiner 70-jährigen künstlerischen Arbeit hat Cunningham die Landschaft des Tanzes, der Musik und der zeitgenössischen Kunst nachhaltig beeinflusst. Sein Tanzstück 'STORY' von 1963 war eines der vielen bahnbrechenden; es bestand aus unzähligen choreografischen Spielaktionen und Variationen, die ausgewürfelt oder anderweitig dem Zufall überlassen wurden. (Foto: Zufallsfund Internet. N.N.)

06. August 2019
Wer den Roman 'Leviathan' von Paul Auster einst las, wird sich erinnern an die fiktive Figur der Künstlerin Maria. Vorbild für diese war keine geringere als die französische Performance-Künstlerin Sophie Calle. Diese nahm sich im Umkehrschluss wiederum den Romans als Vorlage, um die darin beschriebenen Aktionen nach zu performen. Calle, die vor allem bekannt wurde aufgrund ihres radikalen Umgangs mit Intimität gehört sicher zu den eigenwilligsten Performance-Künstlerinnen unser Zeit.

20. Juli 2019
Für meine Text- und Blogparade #schicksalistzufall habe ich Autor*innen um Beiträge rund um die Themen Fügung, Schicksal und Zufall gebeten. Meine heutige Gastautorin Julianna Hellmundt, Holzbildhauerin und Kunsthistorikerin, schreibt über den verschlungenen Schicksalsweg über eine gebrochene Rippe hin zur Berufung.

10. Juli 2019
In einem 2018 geschriebenen Text mit dem Titel „…dem Zufall geschuldet“ stelle ich die Überlegung an, ob die Zufälle, die mich ständig ereilen und die ich inzwischen in die Agenda meiner künstlerischen Praxis aufgenommen habe, solche Zufälle sind, die vom Schicksal für mich vorgesehen waren oder andere Zufälle, die ich nur zufällig erhalten habe. Davon würde ich es abhängig machen, ob ich dem Zufall eine Mitteilung, einen Dank oder etwas ähnliches schulde...

07. Juli 2019
"Mein Körper ist die Narbe meiner Seele" - so Yoko Ono anläßlich ihrer frühen Performance 'Cut Piece'. Die immer noch sehr aktive heute 86-jährige Künstlerin hat Millionen Menschen berührt, provoziert, angeregt - als Musikerin, als Künstlerin, als Friedens- und Diversity-Aktivistin und nicht zuletzt als Performerin. Ihre frühen Performances brachen Tabus. Sie initiierte ein neues künstlerisches Feld für die Auseinandersetzung von Frauen mit sich und ihrem Körper im vorherrschenden System.

06. Juli 2019
War ich schon mal auf Reisen, ohne eine Kunstausstellung zu sehen, ein Museum zu besuchen? Ich glaube nicht; zumindest nicht in den letzten drei Jahrzehnten. Kunst und Reisen gehören für mich zusammen wie Essen und Trinken, Atmen und Leben. Und welch große Freude, wenn ein Museum wie maßgeschneidert erscheint für eine Künstlerin, für ihre Werke. Und mir fallen sofort Beispiele ein: Das Serralves Museum Porto (Portugal) bot der Arte Povera Künstlerin Marisa Merz 2018 eine großartige Bühne...

02. Juni 2019
Es war ein Körper-Reiches, das diesjährige Performing Arts Festival Berlin. Insbesondere der weibliche Körper, betrachtet aus individuell-persönlicher, historischer, gesellschaftlicher, politischer und kulturell geprägt ästhetischer Sicht, stand im Mittelpunkt vieler Aufführungen. Die Performer*innen suchten und fanden die Balance zwischen natürlicher Bewegung und Aufzeigen der erzwungenen Anpassungen des Körpers an vorherrschende ästhetische wie kulturelle Erwartungen und Normen.

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