23. März 2020
"Alle Leute hier sind in dicke, abgesteckte Daunendecken eingenäht, da drin hören sie nicht, wie die Welt heult vor Schmerz, Kälte und Hunger, blind vor Wut (…) Ich aber habe keine Haut. Alle Nerven liegen bloß. Alles geht mir so geschwind an die Herzfasern." Diese Zeilen aus den 1960er Jahren stammen aus dem Tagebuch von Maria Lassnig und sind Zeugnis ihres tiefen Körperbewusstseins, aus dem heraus sie zeitlebens malte und zeichnete. Foto: Maria Lassnig. 'Women Power' 1979

21. März 2020
Was verbindest Du/was verbindet Ihr mit 'Subversive Körper', dem Jahresthema der MUSENLAND Akademie für Biografisches & Kunst? Sind es die Körper im politischen Widerstand, geht es um Gesundheitspolitik, um Wachstum und Vergänglichkeit, habt Ihr einen biografischen oder beruflichen Themenbezug, gehen Eure Assoziationen Richtung Körperkult, Sexualität oder Sport? Ich lade Dich ein an meiner Text- und Blogparade mit einem eigenen Beitrag teilzunehmen. Foto: 'Spielball' by Barbara Ambrusch-Rapp

02. März 2020
Leibhaftiges Duett ist mein fortlaufender Selbstversuch mit unterschiedlichen Partner*innen. Das erste Leibhaftige Duett fand im Februar statt und war in gewisser Weise ein Dreifach-Duett: ...eine Lapdance-Performance zwischen Performerin Joey und mir ...unter dem wachsamen Kamera-Auge der Fotografin Polly Fanniel (Fotoreihe "FU** THE NORMATIVE AWAY") ...in der Maske meiner "alten ego", der Häsin. Leibhaftig? Ja, nein oder doch... Foto: (c)polly-fannlaf.art

15. Februar 2020
Anna Halprin ist eine herausragende Persönlichkeit des avantgardistischen Tanzes. In den fünfziger gründete sie den San Francisco Dancers Workshop und beeinflusste ganze Generationen von Tänzer*innen und Choreograf*innen. Mit ihren Performances in den sechziger Jahren stellte Halprin die Konventionen des Theaters und der Gesellschaft auf den Kopf. Früh verband sie Rebellion und künstlerisches Experiment, Ästhetik und Politik, individuelle Haltung und Zeitgeist.

28. Januar 2020
Seit Beginn der 1970er Jahre erregt die Schweizer Performancekünstlerin MANON mit radikalen Selbstinszenierungen und Performances Aufsehen. Ihre Arbeiten sind persönlich und intim in der Ausübung und subversiv-kritisch auf den gesellschaftlichen Kontext bezogen (ihre Themen: sexuelle Revolution, Selbstbestimmung, Feminismus und Macht). An drei Ausstellungsorten in der Schweiz & Frankreich wird 2019/2020 ihr internationales Schaffen von den Anfängen bis heute dokumentiert und gewürdigt.

04. Dezember 2019
Kairos, Karma, Kismet - oder doch nur Zufall?  So lautete nach Fluide Identitäten 2018 das diesjährige Jahresthema der MUSENLAND Akademie für Biografisches & Kunst. Beantworten kann ich die Frage nach dem exakten Mischungsverhältnis von Zufall und Schicksal für mein Leben noch immer nicht, aber ich habe vieles dazu erlebt und erfahren in diesem Jahr... Nun ist es an der Zeit das Jahresthema 2020 zu verkünden: SUBVERSIVE KÖRPER.

29. November 2019
Seit 2016 zieht sich die Künstlerin Nural Moser vor jeder Flugreise eine Burka an und dokumentiert ihre Verschleierung sowie alle Reaktionen darauf in den sozialen Netzwerken. Reaktionen gibt es immer. Positive wie negative. Unbeachtet bleibt im europäischen Flugverkehr keine Frau in einer Burka. Ein Kunstmagazin veröffentlicht ein Interview mit ihr unter der Schlagzeile „Burka-Influencerin oder Staatsfeind Nr. Eins?“

28. Oktober 2019
Utopisch, stigmatisiert, gegendert und rassifiziert, poetisch und politisch, schmerzempfindlich und verletzlich, eigensinnig, monströs, lustvoll, gefesselt, tierisch und pflanzenhaft, schweigend und im Dialog. Mal Einhorn, mal Pflanze oder an 20.000 heliumgefüllten Luftballons schwebend… - KÖRPER. Zum neunten Mal hebt sich am 6. November 2019 in Berlin der Vorhang für NO LIMITS, Deutschlands größtes und wichtigstes Festival für Disability & Performing Arts.

21. September 2019
Eine junge Frau in ihrer Küche mit einer großen Anzahl unterschiedlicher Gegenstände, die sie uns in alphabetischer Reihenfolge und mit extrem übertriebenen Gesten vorstellt. A wie „apron“ (Schürze) über Nudelholz hin zu Saftpresse... Das sechseinhalbminütige Video von 1975 trägt den Titel „Semiotics of the kitchen", also eine „Zeichentheorie der Küche“ und hat inzwischen Kultstatus. Die darin agierende Frau ist die heute weltberühmte (Foto)-Künstlerin Martha Rosler.

02. September 2019
Ich treffe die Performance-Künstlerin Christa Biedermann in einem Café in Kreuzberg und es braucht nicht viel Phantasie, um das Bild der Roten Königin entstehen zu lassen - einer von ihr erschaffenen Figur, die sie von 1995 – 2001 an unterschiedlichen Orten, in verschiedenen Kontexten verkörperte und "ausführte". Biedermann erinnert sich gut an die unterschiedlichen Städte, Stimmungen, Begegnungen der ein oder anderen Art und auch der Wurzeln, dem Beginn ihrer Langzeit-Performance. Damals...

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