mEAT me

mEAT me ist eine einjährige Forschungskooperation zwischen der Künstlerin Theresa Schubert, der Kapelica Gallery in Ljubljana (die Galerie ist auf besondere KörperKunst abonniert) und Wissenschaftler*innen des Unternehmens Educell.

 

In mEAT me forscht Theresa Schubert unter anderem an der Herstellung von, aus eigenen Zellen stammendem, essbarem Fleisch.

 

Das ist ein deutlicher Bruch mit dem gesellschaftlichen Konsens. Kannibalismus ist eines der letzten großen Tabus unserer Gesellschaft uns wird so gut wie nie rational diskutiert, sondern als dramatisches/hysterisches Bild in Filmen und Romanen für Dystopien genutzt.

Für das Fleisch multiplizierte die Künstlerin Zellen aus einer Biopsie ihrer Oberschenkelmuskeln in einem Serum aus eigenem Blut. Einige Monate später verließ das Stück In-vitro-Fleisch, das sie künstlich angebaut hatte, das Educell-Labor, um in einer Performance von ihr in der Kapelica Gallery verspeist zu werden.

 

„Wir sind heutzutage von den Produktionsprozessen entfremdet, wie sie an Orten stattfinden, die wir normalerweise nicht sehen. Durch diese Trennung kann leicht vergessen werden, woher beispielsweise das Steak stammt. Solange die Massenproduktion von Fleisch die vorherrschende Praxis und Realität von heute ist, ist das Nichtessen von Fleisch nicht nur eine ethische Konsequenz, sondern auch eine politische Aussage. In meiner Arbeit wollte ich auf diese bioethischen Probleme aufmerksam machen und mich auf ähnliche Weise als fleischige Ressource behandeln. „

 

Es ist keine Effekthascherei, die Theresa Schubert in ihrem Projekt betreibt. Sie betrachtet nur konsequent den menschlichen Körper als eine Produktionseinheit für Lebensmittel, als eine sich ständig erneuernde Nahrungsquelle.

 

„Die COVID-19-Pandemie, die wir jetzt erleben, hat meinem Projekt eine weitere unvorhersehbare Relevanz verliehen. Ein kürzlich veröffentlichter Artikel hat die Massentierhaltung mit dem Corona-Virus in Verbindung gebracht (…)

Lassen wir die Tiere in Ruhe. Essen Sie sich besser selbst. „Durch die Verwendung neuer In-vitro-Fleischproduktionstechniken könnten wir unseren eigenen Körper verwenden, um uns selbst zu ernähren, wir könnten uns buchstäblich selbst essen und dennoch am Leben bleiben.“

 

 

Die Zitate sind folgendem Beitrag auf dem Blog von Pierluigi Piccini entnommen: https://we-make-money-not-art.com/meat-me-food-for-a-post-anthropocentric-society/

 

Foto: Theresa Schubert , mEat me, Performance 06.02.2020. Archiv der Galerie Tina Lagler / Kapelica

 

#subversivekörper