Das Haus der Muse

 

Das Kunstmuseum Bonn war ebenfalls im vergangenen Jahr eine umsichtige Gastgeberin für die Performancekünstlerin Marina Abramovic.

Das Museum der Bildenden Künste in Leipzig (ein noch junges, architektonisch raffiniertes Museum für zeitgenössische Kunst) beherbergt auf mehreren Etagen in diesem Sommer das Lebenswerk von Yoko Ono.

Es sind Häuser, die trotz ihrer massiven Materie zu lichten Gewändern werden, wenn eine Künstlerin mit den Haus-Strukturen und Energien in Korrespondenz tritt und umgekehrt.

 

Nun erreichte mich der Aufruf zur Blogparade bezüglich eines Lieblingsmuseums und ich freue mich über diese Gedankenreise.

 

Wenn ein Haus, ein Museum, wie oben beschrieben mit den Künstler*innen und ihrer Kunst in Verbindung tritt und dann auch noch zusätzlich mit dem Leben drumherum eine Allianz oder Kollaboration eingeht - dann ist es für mich geradezu unglaublich und spielerisch perfekt. Und solch eine Kombination fand ich vor kurzem in München und die Bilder in mir sind noch so stark und beglückend, dass ich für den Moment, für das temporäre Hier und Heute dieses Haus zu meinem Lieblingsmuseum erkläre: Der Kunstbau des Museum Lenbachhaus München.

 

„Der Kunstbau wurde im Jahr 1994 mit einer für den Raum entworfenen Installation von Dan Flavin eröffnet. Die unterirdisch gelegene Ausstellungshalle befindet sich in dem ursprünglich ungenutzten Leerraum, der aus technischen Gründen beim Bau der U-Bahn-Station am Königsplatz über dem eigentlichen Bahnhof entstand. Der Architekt Uwe Kiessler modifizierte dieses Zwischengeschoss zu einem schlichten und großzügigen Ausstellungsraum und entwickelte dafür ein ebenso einfaches wie überzeugendes Konzept: Er gliederte die in leichter Krümmung verlaufende langgestreckte Halle von rund 110 Metern Länge, 14 Metern Breite und 5 Metern Höhe durch 18 Betonpfeiler in der Längsachse in zwei Schiffe, die genau dem Grundriss der darunter befindlichen U-Bahn-Station entsprechen.“ (Pressetext Lenbachhaus.de)

 

Ich habe mir dort die Ausstellung BODY CHECK. Maria Lassnig - Martin Kippenberger (läuft noch bis 15. September 2019) angeschaut und war immer wieder verblüfft, wenn ich den Kopf von den ausgestellten Bildern zu den Glasfronten schweifen lies und den Menschen auf der Rolltreppe zusah, wie sie an uns vorbei ins Untergeschoss zur U-Bahn fuhren. Kommunikation auf verschiedenen Ebenen. Was ist drinnen, was ist draußen, wo ist Ausstellungsraum, was schaue ich mir geradean, was ist echt, was ist Kunst...Ein besonderes (Kunst)Erleben.

 

 

Städtische Galerie im Lenbachhaus
Luisenstraße 33
80333 München
(direkt nebenan: Kunstbau im Zwischengeschoss des U-Bahnhofs Königsplatz) www.lenbachhaus.de

 

 

Ein Beitrag zur Blogparade #"Mein liebstes Museum in Deutschland, Österreich, Schweiz"