Palmblatt-Bibliotheken/Schicksals-Archive

Was genau ist eine Palmblatt-Bibliothek?

In einer Palmblatt-Bibliothek werden Sammlungen von Palmblättern aufbewahrt, auf denen das vergangene, gegenwärtige und zukünftige Schicksal der Menschen in der altindischen Sprache Sanskrit oder im dravidischen Tamil niedergeschrieben ist. Die Urschriften verfassten angeblich die heiligen Rishi, die in der Zeit um 5000 v. Chr. lebten. Die Weisen im alten Indien sollen ihre spirituellen Kräfte genutzt haben, um in der kosmischen Akasha-Chronik zu lesen und mehrere Millionen Lebensläufe von der Geburt bis zum Todeszeitpunkt auf Blätter der Stechpalme zu übertragen.

Ein Palmblatt wird in der Regel nach rund 800 Jahren brüchig. Daher fertigen die wenigen Eingeweihten, die die altindische Sprache noch beherrschen, regelmäßig Abschriften der Botschaften an und ritzen sie in eng geschriebenen Zeichen auf ein neues Palmblatt. Die meisten Palmblatt-Bibliotheken befinden sich in Südindien.

Wie läuft eine Palmblattlesung ab? Wer deutet die Palmblätter?

Die Palmblatt-Bibliotheken werden von Nadi-Readern oder Priestern betreut, die die Kunst des Palmblattlesens an ihre Söhne weitergeben. Das Lesen und Interpretieren der Inschriften erfordert großes Geschick. Meistens geben Besucher dem Palmblattleser drei Daumenabdrücke. Bei Männern werden Abdrücke vom rechten, bei Frauen vom linken Daumen genommen. Dieser Fingerabdruck kennzeichnet den Beginn einer Reise zu sich selbst und wird in einem Register verwahrt.

Wer eine Palmblatt-Bibliothek in Indien aufsucht, wird in der Regel zweimal vor Ort sein. Beim ersten Besuch wird der Antrag auf eine Lesung des Palmblattes gestellt – dieser Antrag wird zusätzlich zu den üblichen Angaben wie Name, Geburtsdatum, Kontaktdaten etc. mit einem Daumenabdruck versehen/unterschrieben. Der Nadi-Reader untersucht diesen Daumenabdruck, um an Flecken, Wirbeln und Mustern zu erkennen, in welche der 108 existierenden Daumen-Grundtypen Ihr Fingerabdruck passt. Beim zweiten Besuch erfolgt die eigentliche Palmblattlesung, bei der es dann um das persönliche Schicksal (Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft) und um Fragen nach Berufung, Familie, Visionen etc. geht. 
Die Berichte derer, die dort waren sind mehrheitlich positiv und berichten von überraschenden Erkenntnissen und Einsichten in den persönlichen Lebensweg.

Wie aber lässt sich das Mysterium um die Palmblatt-Bibliotheken erklären?

Ein faszinierender wie mystischer Erklärungsansatz: Während die meisten Menschen an eine lineare Zeit glauben, existiert in der Realität des Universums alles im Jetzt – unabhängig von Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft. So war es den heiligen Rishis möglich, Informationen zu jeder denkbaren, auch weit in der Zukunft liegenden Zeit abzurufen. Diese Gabe setzen sie ein, um anderen auf ihrem Lebensweg zu helfen, sie zu begleiten und in ein erfüllteres Leben führen. 

Neugierig geworden? Es gibt im deutschsprachigen Raum mehrere Reiseanbieter, die auf ihren Indien-Reisen auch den Besuch einer Palmblatt-Bibliothek ermöglichen.