The Demon's Brain

Die Installation The Demon’s Brain von Agnieszka Polska - konzipiert für die Historische Halle des Museums - besteht aus vier großformatigen Projektionsflächen und einer Wand mit Texten. Die Filme zeigen unterschiedliche Szenen, die in Endlosschleifen laufen und sich wechselseitig kommentieren. Ein tiefer, unterschwelliger Rhythmus vereint die Videos zusätzlich miteinander. Durch diese Verschränkung werden Zeiträume überbrückt.

 

Ausgangspunkt der Arbeit sind Briefe aus dem 15. Jahrhundert, die an Mikołaj Serafin, den Verwalter der polnischen Salzbergwerke, gerichtet waren.

In The Demon’s Brain erzählt Polska in einer Mischung aus Realfilm und Animation die fiktive Geschichte des reitenden Boten der Schriftstücke. Auf seinem Weg verliert der Junge sein Pferd und verirrt sich in einem Wald. Dort hat er eine unerwartete Begegnung mit einem Dämon, in dessen Monolog christlich-theologische Vorstellungen mit heutigen Entwicklungen und Zuständen von Rohstoffverbrauch und Umweltzerstörung, Datenökonomik und Künstlicher Intelligenz in Verbindung gebracht werden.

 

Nachdem der Dämon den Boten wissen lässt, dass er den Lauf der Geschichte ändern könne, durchwandert seine wiederkehrende Verkündigung „It is not too late.“ („Es ist nicht zu spät.“) die Historische Halle und verwandelt sich in einen Appell an den*die Betrachter*in.

 

In ihrem monumentalen Werk verhandelt Agnieszka Polska die Möglichkeiten individueller Handlung und das Übernehmen von Verantwortung. Ein hoch künstlerisches wie beeindruckendes Plädoyer für die Kraft des Einzelnen in der kollektiven Geschichte.

 

Agnieszka Polska (*1985 in Lublin, Polen, lebt in Berlin) wurde im vergangenen Jahr der 9. Preis der Nationalgalerie verliehen. Diese Einzelausstellung und eine Begleitpublikation sind Teil der Auszeichnung.

 

The Demon’s Brain

27.09.2018 bis 03.03.2019

Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart – Berlin

https://www.smb.museum/museen-und-einrichtungen/hamburger-bahnhof/home.html