RIBOCA - Rigas 1. Biennale für zeitgenössische Kunst

"Wir sind in eine Periode der Instabilität eingetreten, in der sich viele unserer geliebten Annahmen und Sicherheiten in Luft auflösen" so Gregos.

 

Diesen gleichermaßen globalen wie tiefst individuellen Ausnahmezustand zu beleuchten, lud sie 104 Künstler*innen & 10 Kunstkollektive ein. An Orten, die ebenfalls den Prozess der Vergänglichkeit und/oder des Vergessen durchlaufen haben, dürfen alte Geister wieder aufleben und werden in eine ferne Zukunft geführt...und wir mit ihnen.  Dem oft dystopischen Grundtenor werden optimistische, mitunter humorvolle, manchmal poetische, immer emotional intensive Komponenten beigefügt und eine nuancierte Verschiebung hin zu etwas neuem, lebendigem wird möglich. 

Die Propheten der Vergangenheit werden zurück gerufen - so benennt Katrina Gregos diesen Vorgang.

Ob  die verlassenen Labore der ehemaligen Universität für Biologie, die Industrieruine einer Textilfabrik, ein verlassen anmutender Bahnhof eines Badeortes, die marode Residenz eines 1928 verstorbenen lettischen Architekten - die Orte werden in einer geradezu unheimlichen Folgerichtigkeit, thematischen Synchronizität bespielt, die aber zu keinem Zeitpunkt künstlich konstruiert wirkt. Hier werden Zeitstränge und Emotionen aufs feinste verwebt und führen in Zeit- und Raumkapseln, deren Sogwirkung lange nachhallt. 

 

Meine persönlichen Lieblingskünstler*innen/Werke dieser sehr bereichernden und mutigen Biennale:

 

Anna Titova/Stanislav Shuripa Agency of Singular Investigations

Lynn Hershman-Leeson  Infinity Engine

Petra Bauer & Rebecka Katz-Thor The grammar of feminist organising

Julian Rosefeldts  In the land of Drought

Nikos Navridis  All of old. Nothing else ever...

Melanie Bonajos Progress vs. Regress

 

Findet Ihr Eure!

 

RIBOCA 1

Riga International Biennial of Contemporary Art

2. Juni - 28. Oktober 2018

www.rigabiennial.com